Autismus-Ambulanz Region Rostock

Diagnostik

1. Vorgehen

2. Diagnostische Verfahren

Vorgehen

Wenn sich Eltern telefonisch oder schriftlich mit dem Verdacht des Autismus bei ihrem Kind an die Ambulanz wenden, wird zunächst ein Vorgesprächstermin vereinbart. Bei diesem Termin wird im Gespräch mit den Eltern der Verdacht auf eine Autismus- Spekrum- Störung besprochen und das weitere diagnostische Vorgehen abgestimmt. Hilfreich ist es, alle relevanten Vorbefunde zu dem Termin mitzubringen. (Sie sollten zu diesem Termin ohne Ihr Kind erscheinen.)

Verdichtet sich der Verdacht, wird Ihnen ein umfänglicher Fragebogen zum Autismus zugesandt oder mitgegeben. In diesem Fragebogen werden sie gebeten, ihre Beobachtungen zur Entwicklung ihres Kindes und zu dessen Auffälligkeiten aufzuschreiben. Dabei wird insbesondere auf die frühe Kindheit eingegangen, da diese für die diagnostische Fragestellung des Autismus besonders wichtig ist.

Nach Auswertung des Fragebogens durch das Ambulanzteam werden die Eltern mit dem Kind zu einer Vorfelddiagnostik eingeladen. Das Kind wird in unterschiedlichen Situationen beobachtet. Gemeinsam mit den Eltern erfolgt anhand des Fragebogens die differenzierte Anamneseerhebung.

Es schließen sich Kontakte zu den behandelnden Ärzten und die Konsultation interdisziplinärer medizinischer Partner oder Institutionen an.

Wenn sich der Verdacht einer autistischen Störung erhärtet, erfolgt in einem weiteren diagnostischen Schritt der klientzentrierte Einsatz autismusspezifischer und weiterer, auf das Störungsbild verweisender Verfahren. Das Kind wird, zum Teil videogestützt, in freier sowie strukturierter Situation unter zielgerichteten diagnostischen Gesichtspunkten beobachtet. Sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen kommen grundsätzlich die drei dem "Goldenen Standard der Autismusdiagnostik" zugerechneten Verfahren FSK, ADI-R und ADOS zum Einsatz.

Die Diagnosestellung erfolgt als integrativer Prozess. Untersuchungsergebnisse und Informationen werden einer abschließenden, tiefgründigen Analyse und Bewertung unterzogen. Zur endgültigen Formulierung der Diagnose kommt es unter Einbeziehung aller interdisziplinärer Aspekte.

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Diagnostische Verfahren

1. VSK (Fragebogen über Verhalten und soziale Kommunikation)

2. ADOS (Autism Diagnostic Observation Schedule)

3. ADI-R (Autism Diagnostic Interview-Revised)

4. ASAS (Australian Scale for Asperger`s Syndrome)

5. ASSQ (The High-Functioning Autism Spectrum Screening Questionnaire)

6. CARS (Childhood Autism Rating Scale)

7. Merkmalsliste zur Früherkennung autistischer Kinder

8. PEP (Psychoeducational Profile)

9. AAPEP (Adolescent and Adult Psychoeducational Profile)

10. Diagnostische Kriterien nach ICD 10 und DSM IV)

 

VSK (Fragebogen über Verhalten und soziale Kommunikation, Bölte et al., 2000)iagnostische Kriterien nach ICD 10 und DSM IV

Mit insgesamt 40 Fragen erfasst dieses diagnostische Instrument aktuelle und weiter zurückliegende Verhaltensbesonderheiten, die auf das Vorliegen der autistischen Störung hinweisen. Besonderes Augenmerk gilt dabei dem Alter von vier bis fünf Jahren, da sich autistisches Verhalten in dieser Zeit oftmals am deutlichsten zeigt. Der Fragebogen wird von den Eltern und von den Betroffenen ausgefüllt.

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ADOS (Diagnostische Beobachtungsskala für Autistische Störungen, Rühl et al., 2004)

Für das Kind wird eine Reihe von Situationen geschaffen, die eindeutigen Aufforderungscharakter zur sozialen Interaktion besitzen. Der Beurteiler schätzt ein, inwieweit das Kind diese Situationen angemessen aufgreift. Das ADOS ist das inzwischen am häufigsten angewandte Instrument bei der Diagnostik autistischer Störungen.

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ADI-R (Autismus-Diagnostisches Interview in Revision, Rühl et al., 2004)

Das ADI-R ist ein standardisiertes, halbstrukturiertes Interview. Eltern sowie engste Bezugspersonen des Kindes werden dabei über das Auftreten autismustypischer Verhaltensweisen im Verlauf der kindlichen Entwicklung befragt. Durch differenzierte Fragestellungen erhält der Beurteiler ein umfassendes Bild vom Kind und bewertet dessen Verhalten in den drei bekannten Verhaltensbereichen.

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ASAS (Australian Scale for Asperger`s Syndrome, Melfsen & Warnke, 2000)

Die ASAS, von Garnett und Attwood entwickelt, ist ein Fragebogen zur Erfassung von Verhaltensweisen und Fertigkeiten, die typisch sind für das Asperger-Syndrom bei Kindern im Grundschulalter. In diesem Altersbereich fallen die ungewöhnlichen Verhaltensweisen und Fähigkeiten am stärksten auf. Die Beurteilung erfolgt auf einer sechsstufigen Skala. Die unterste Stufe gibt die für Kinder dieses Alters gewöhnliche Ausprägung an.

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ASSQ (The High-Functioning Autism Spectrum Screening Questionnaire)

Wird nachgereicht

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CARS (Autismus-Beurteilungsskala nach Schopler, Steinhausen, 1993)

Die CARS stellt eine Beurteilungsskala dar, die verschiedene Funktionsbereiche überprüft. Die Bewertung erfolgt auf einer vierstufigen Skala (von 1 = unauffällig bis 4 = hochgradig abnorm). Der Gesamtwert sowie die Anzahl der Bereiche, in denen das Kind 3 oder mehr Punkte erhält, bilden die Grundlage für die diagnostische Einschätzung.

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Merkmalsliste zur Erkennung autistischer Kinder (aus: Cordes, H. (Hrsg.): Curriculum des Bremer Projekts, 1983)

Die Merkmalsliste zur Erkennung autistischer Kinder stellt typische Auffälligkeiten der Wahrnehmung und der Sprache, Merkmale einer Beeinträchtigung der motorischen Kontrolle und der autonomen Funktionen sowie des Sozial- und Spielverhaltens zusammen. Ergänzend werden Beispiele autismusspezifischer Fertigkeiten erfragt.

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PEP-R (Psychoeducational Profile, XXX)

Das PEP-R wurde im Rahmen des TEACCH- Programms in North Carolina aus der praktischen Arbeit mit Autisten heraus entwickelt. Es wird zur Förderdiagnostik bei Kindern mit Autismus oder verwandten Entwicklungsstörungen eingesetzt. Ziel ist es dabei, ein Entwicklungsprofil zu erstellen, aus dem sich einzelne Förderbereiche ableiten lassen. Neben Aussagen über den aktuellen Entwicklungsstand des Kindes ist auch die Erfassung von Auffälligkeiten in vier Verhaltensbereichen möglich.

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AAPEP (Adolenscent and Adult Psychoeducational Profile, Mesibov et al., 2000)

Der AAPEP stellt die Weiterentwicklung des PEP-R für Jugendliche und Erwachsene dar. Der Bogen erfasst Kompetenzen des Betroffenen im Hinblick auf seine berufliche und gesellschaftliche Eingliederung. In sechs Kompetenzbereichen können Förderbereiche zum Arbeitsverhalten, zur Freizeitgestaltung oder zu zwischenmenschlichen Beziehungen abgeleitet werden. Außerdem findet der soziale Kontext stärkere Beachtung. So sind im AAPEP zwei strukturierte Interviews mit dem häuslichen, dem schulischen oder beruflichen Umfeld enthalten.

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Diagnostische Kriterien nach ICD 10 und DSM IV

In der Internationalen Klassifikation der Krankheiten der WHO ICD 10 sowie dem Diagnostischen und Statistischen Manual Psychischer Störungen DSM IV der Amerikanischen Gesellschaft der Psychiater sind sowohl die notwendigen diagnostischen Kriterien als auch die beschreibenden und begleitenden Merkmale für die Diagnosestellung aufgelistet.

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